© daviles – stock.adobe.com

Warum Cookies nicht jedem schmecken – oder: Sollten wir tatsächlich Angst vor Süßwaren haben?

Sie sind die Süßwaren-Mafia des Internets. Jeder kennt sie (oder hat zumindest schon einmal von ihnen gehört) und fürchtet sie: Cookies schicken Viren auf meinen PC! Cookies stehlen meine Identität! Cookies bombardieren mich mit Werbung! Aber kann es sein, dass wir sie zu Unrecht verurteilen? Machen Sie sich am besten selbst ein Bild:

So funktionieren Cookies

Stellen Sie sich vor, Sie kommen morgens in die Bäckerei Ihres Vertrauens. Die Verkäuferin strahlt Sie mit einem gewinnenden Lächeln an und hält bereits einen Kaffeebecher sowie eine Tüte in der Hand: „Schönen guten Morgen! Einen Kaffee und ein Schokocroissant zum Mitnehmen – macht 4 Euro, wie immer!“ Sie freuen sich, zahlen die 4 Euro und genießen sofort Ihr Frühstück. Die Bäckerei auf der gegenüberliegenden Straßenseite weiß aber nichts von Ihren Vorlieben. Kündigt Ihre Standard-Verkäuferin, ist auch das Wissen über Ihre Vorlieben verloren.

Genauso funktionieren Cookies: Jede Webseite liegt auf einem bestimmten Server. Wenn Sie die Webseite aufrufen, schickt der Server alle Inhalte an Ihren Browser – Cookies inklusive. Die Cookies werden als kleine Text-Datenpakete lokal auf dem Rechner gespeichert. Sollten Sie auf der Webseite Angaben machen, also z.B. eine E-Mail-Adresse eingeben, merkt sich der Browser diese Daten. Beim nächsten Aufruf der Seite sendet der Browser an den betreffenden Webserver die Info „Schau mal, die Cookies hab ich schon“ – er erkennt Sie also von Ihrem letzten Besuch und spielt Ihnen die Seite so aus, wie Sie sie zuvor eingestellt haben (z.B. mit Ihrer vorausgefüllten E-Mail-Adresse).

Grundsätzlich bleiben die Infos zu den Cookies aber ein Geheimnis zwischen dem Server und Ihrem Browser. Wenn Sie Cookies löschen oder blockieren, verhalten sich der Webserver und der Browser so, als würden Sie die aufgerufene Seite zum ersten Mal besuchen. Das Gedächtnis des Browsers ist dann einfach weg.

PRIVACY © adiruch na chiangmai – stock.adobe.com

Good Cookie – Bad Cookie?

Anders ist es bei sogenannten Drittanbieter- oder Tracking-Cookies. Werbetreibende haben oft Flächen auf vielen anderen Webseiten als ihrer eigenen gebucht. Wenn Sie sich also auf Stiefel-24 über Stiefel informieren und danach auf einer anderen Webseite Banner sehen, auf denen Ihnen die verschiedensten Stiefel-Arten angeboten werden, dann hat Stiefel-24 diese Flächen gebucht – dadurch, dass Ihnen das Banner ausgespielt wird, merkt sich also auch der Werbetreibende, welche Seiten Sie besuchen. So sammeln Werbetreibende Informationen über Ihr Surfverhalten, um Ihnen passende Werbeinhalte anzuzeigen.

Sie setzen also durch die Cookies eine Art Marker und wissen mit entsprechend vielen Markern, wofür Sie sich interessieren – z.B. welche Urlaubsziele, welche Filme, welche Sportarten Ihnen gefallen. Das geschieht aber nicht durch einen einzigen Besuch. Tatsächlich werden die Informationen aus mehreren Inhalten kombiniert – erst dadurch entsteht ein Bild Ihrer Motivation. Vielen ist diese Art der Ausspähung des Nutzerverhaltens suspekt. Hierin liegt meist auch der Grund, warum Cookies eher negativ behaftet sind.

Warum Cookies gefürchtet werden:

  • Werbetreibende legen erschreckend genaue Profile der Nutzer an. Dass Verbraucher damit zunehmend gläsern für die werbetreibenden Unternehmen werden, lässt sich nicht abstreiten.
  • Kriminelle können Cookies auslesen, wenn der Virenschutz nicht auf dem neuesten Stand oder die Browser-Verbindung nicht sicher ist.

Warum wir Cookies lieben:

  • Login-Daten werden gespeichert: Ihr Computer oder ein mobiles Endgerät hat sich die Daten schon für Sie gemerkt.
  • Individuelle Einstellungen entsprechend den Nutzerbedürfnissen: Der Browser erkennt Sie und spielt die Webseite direkt nach Ihren Vorlieben aus (z.B. Spracheinstellung).
  • Relevante Werbung: Wenn Sie sich bereits online über tolle Hotels auf Teneriffa informiert haben, brauchen Sie Werbung für günstige Flüge auf die Kanaren anstatt für Busreisen ins Zillertal.
  • Ihnen als Werbetreibenden helfen Cookies natürlich auch, Ihre Angebote zielgruppenspezifisch zu platzieren.
  • Cookies können auch nur temporär erlaubt oder komplett blockiert werden. Wer möchte, kann sie also einfach abschalten.

 

Maren Teufel
Maren Teufel
Über kürzere und weitere Umwege verschlug es Maren Teufel im Juli 2016 zu den RegioHelden – seitdem ist sie als Webtexterin im Online-Marketing kreativ unterwegs. Offline geht es ähnlich weiter: Entweder lässt sie sich vom Wetter nach draußen locken oder sie näht, bastelt und strickt. Manchmal auch alles gleichzeitig (solange guter Kaffee in Reichweite ist).

Um Ihnen auch in Zukunft das best­mögliche Nutzungs­erlebnis auf dieser Website bieten zu können, möchten wir Tracking-Dienste wie z. B. Google Analytics aktivieren, die Cookies nutzen, um Ihr Nutzer­verhalten anony­misiert zu speichern und zu analysieren. Dafür benötigen wir Ihre Zustimmung, die Sie jederzeit widerrufen können.
Mehr Informationen über die genutzten Dienste erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.