Fünf Jahre lang hieß es für Alex Döpke täglich: Herzlich willkommen im Hotel-Wahnsinn! Doch nach unzähligen Nachtschichten war es Zeit für ein neues Kapitel. Heute rockt er das Online-Marketing und leitet bei den RegioHelden sein eigenes Team. Im Interview verrät er uns, warum Mathenoten völlig überbewertet sind, wie man als Quereinsteiger durchstartet und warum er den Hotel-Stress manchmal sogar vermisst.

Wie bist du ursprünglich in die Hotellerie gekommen?
Ich wollte die Möglichkeit haben, auch mal im Ausland zu arbeiten oder deutschlandweit Erfahrungen zu sammeln. Am meisten gereizt haben mich die Abwechslung und das Unvorhergesehene, weil jeder Tag anders war. Ich bin dann über meinen damaligen Freundeskreis aus der Hotellerie auf das Hotel gekommen. Als dann auch klar war, dass meine Mathenoten relativ egal sind, war ich überzeugt.
Wann hast du gemerkt, dass du einen anderen Weg einschlagen möchtest?
Nach fünf Jahren im Hotel. Da sich in meinem Privatleben einiges verändert hatte, war der Schichtdienst für mich nicht mehr tragbar.
Hattest du Berührungsängste, in eine Branche zu wechseln, in der du vorher kaum Erfahrung hattest?
Ich würde sagen, gesunden Respekt. Aber Angst nicht. Ich habe mich auf die neue Herausforderung gefreut.
Welche Fähigkeiten aus der Hotellerie helfen dir heute am meisten?
Resilienz (der Umgang mit schwierigen Situationen, das Arbeiten unter hohem Druck und Stress), eigenständiges Arbeiten sowie Organisation. Außerdem Teamwork und ein gewisses Maß an Empathie sowie Menschenkenntnis. Man kann sich dadurch gut auf die unterschiedlichen Branchen, Menschentypen und Kund:innen einstellen. Und natürlich: die Extrameile für die Kund:innen zu gehen.
Kundenorientierung ist in beiden Welten zentral – wo siehst du die größten Unterschiede?
In der Distanz und der Dringlichkeit. Im Hotel war der Gast direkt vor Ort und stand vor einem. Die Anliegen mussten zu 90 % umgehend und sofort geklärt werden. Das ist im Online-Marketing anders. Da läuft es meistens über das Telefon, per E-Mail oder über Online-Termine. Änderungen der Öffnungszeiten an Feiertagen kann man dann zum Beispiel auch erst einen Tag nach Eingang der Änderung erledigen.
Was waren bei den RH deine Stationen auf dem Weg zum Teamlead?
Junior, Held, Senior, dann die Vertretung für den TL übernommen und schließlich in die Rolle hineingewachsen.
Was macht für dich eine wirklich gute Kundenbetreuung aus?
Für mich macht eine wirklich gute Kundenbetreuung eine offene sowie proaktive Kommunikation aus – und zwar auf Augenhöhe mit dem Kunden bzw. der Kundin. Zudem, dass wir immer noch eine kleine Extrameile gehen und Dinge nicht nur halb erledigt lassen. Wir sollten unsere Kund:innen genau so betreuen und beraten, wie wir selbst gerne betreut werden möchten. Der häufigste Fehler ist, schwierige Themen entweder persönlich zu nehmen oder diese sogar mit in den Feierabend zu nehmen.
Was vermisst du aus deiner Hotelzeit – und was auf keinen Fall? 😉
Ich vermisse manchmal das Unvorhersehbare und den ganzen Trubel, den man nur im Team bewältigen kann – auch wenn wir hier bei den RegioHelden ein fantastisches Team mit super Zusammenhalt sind! Aber im Hotel war es aufgrund der Arbeit, des massiven Stresses und der verrückten Erlebnisse nochmal eine Spur anders. Und ich vermisse die total verrückten Geschichten, die man einfach nur im Hotel erleben kann. 🙂 Auf keinen Fall vermisse ich die Nachtschichten oder generell die Schichtarbeit. Die hatte zwar auch ihre Vorteile, aber man konnte nie wirklich planen.
Was würdest du jemandem raten, der aus einem komplett anderen Bereich ins Online-Marketing wechseln möchte?
Einfach machen! Man erhält hier so viel Support und Unterstützung, dass einem der Einstieg echt erleichtert wird.
